Taschengeld-Tabelle 2026: Wie viel Taschengeld ist in welchem Alter angemessen?
Die aktuelle Taschengeld-Tabelle nach Alter (DJI-Empfehlung), wöchentlich oder monatlich, § 110 BGB und Tipps bis zum ersten Minijob mit 16.
Taschengeld
„Wie viel Taschengeld bekommen eigentlich die anderen?“ Diese Frage habe ich in den letzten Jahren dreimal gehört, jedes Mal in einer anderen Tonlage. Die ehrliche Antwort: Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, aber es gibt eine gute Orientierung. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat 2025 eine aktualisierte Expertise vorgelegt, auf der die Taschengeld-Tabelle des Familienportals des Bundes basiert. Genau die findest du hier, dazu die Frage wöchentlich oder monatlich, den Taschengeldparagraphen und was sich ändert, wenn dein Kind mit 16 den ersten Minijob annimmt.
Die Taschengeld-Tabelle 2026 🐷
Die folgenden Richtwerte stammen vom Familienportal des Bundesfamilienministeriums, das sich auf eine Expertise des Deutschen Jugendinstituts (2025) stützt. Die Beträge sind Spannen, keine Pflichtwerte: Wo genau du landest, hängt vom Familienbudget ab und davon, was dein Kind vom Taschengeld selbst bezahlen soll.
| Alter | Empfehlung | Rhythmus |
|---|---|---|
| unter 6 Jahre | 1,00 bis 2,00 € | pro Woche |
| 6 bis 7 Jahre | 2,00 bis 3,00 € | pro Woche |
| 8 bis 9 Jahre | 3,00 bis 4,00 € | pro Woche |
| 10 bis 11 Jahre | 15,00 bis 25,00 € | pro Monat |
| 12 bis 13 Jahre | 20,00 bis 30,00 € | pro Monat |
| 14 bis 15 Jahre | 25,00 bis 45,00 € | pro Monat |
| 16 bis 17 Jahre | 40,00 bis 60,00 €* | pro Monat |
| ab 18 Jahre | 55,00 bis 75,00 €* | pro Monat |
* Für Jugendliche ab 16, die wirtschaftlich ganz von den Eltern abhängig sind (zum Beispiel Schülerinnen und Schüler). Quelle: Familienportal des Bundes, Zahlen auf Basis der DJI-Expertise 2025.
Wichtig: Das ist reines Taschengeld, also Geld zur freien Verfügung. Kleidung, Schulmaterial oder der Handyvertrag gehören nicht hinein. Dafür empfiehlt das Familienportal ein zusätzliches Budgetgeld für festgelegte Ausgaben. Dazu gleich mehr.
Wöchentlich oder monatlich?
Die Tabelle springt bei 10 Jahren von Woche auf Monat, und das ist kein Zufall. Jüngere Kinder können selten einen ganzen Monat im Kopf planen; ein Wochenbetrag ist überschaubar, und wenn er am Mittwoch weg ist, ist der Samstag nah. Ab etwa 10 Jahren lohnt sich der Wechsel auf monatlich, weil dein Kind dann zum ersten Mal wirklich einteilen muss. Bei uns war der Umstieg jedes Mal holprig: Die ersten zwei Monate war das Geld nach zehn Tagen weg. Genau das ist die Lektion, deshalb haben wir nicht nachgeschossen.
Was das Taschengeld abdecken soll (und was nicht)
Bevor du über die Höhe streitest, kläre den Zweck. Drei Töpfe haben sich bei uns bewährt:
- Taschengeld: zur freien Verfügung. Eis, Sticker, Games, Kino. Du redest nicht rein, auch wenn es weh tut.
- Budgetgeld (ab etwa 12 bis 14): ein fester Betrag für definierte Ausgaben wie Kleidung, Schulsachen oder das Handy. Dein Kind verwaltet ihn selbst und lernt, dass die teure Jacke bedeutet, drei Monate lang nichts anderes zu kaufen.
- Extras: Geburtstagsgeld, Ferienjob, Oma. Kommt obendrauf und ist die beste Gelegenheit, übers Sparen zu reden.
Schreib die Abmachung auf, ernsthaft. Ein Zettel am Kühlschrank mit „Taschengeld: 25 € am 1. des Monats, dafür bezahlst du: Snacks, Kino, Games“ beendet 80 % aller Diskussionen, bevor sie anfangen.
Der Taschengeldparagraph: § 110 BGB
Kinder ab 7 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Grundsätzlich brauchen sie für Verträge die Zustimmung der Eltern (§ 107 BGB). Der sogenannte Taschengeldparagraph § 110 BGB macht eine Ausnahme: Ein Vertrag ist wirksam, wenn das Kind ihn mit Mitteln erfüllt, die ihm zur freien Verfügung überlassen wurden, also mit dem Taschengeld.
Was das im Alltag heißt:
- Das Comic vom Taschengeld: wirksam gekauft, auch ohne dich.
- Der 300-€-Controller, für den drei Monate gespart wurde: rechtlich eine Grauzone, weil das Geld erkennbar nicht für einen solchen Kauf gedacht war. Viele Händler nehmen so etwas zurück.
- Abos, Ratenkäufe, In-App-Käufe auf Kredit: nicht vom Taschengeldparagraphen gedeckt, weil die Leistung nicht sofort vollständig bezahlt wird. Ohne deine Zustimmung sind sie schwebend unwirksam.
Erklär deinem Kind diesen Paragraphen ruhig wörtlich. Meine 13-Jährige fand es großartig, dass es ein Gesetz gibt, das ihr Taschengeld ausdrücklich zu ihrem Geld macht. Mehr solcher Gespräche findest du in Kindern Geld erklären: 10 Gespräche, die wirklich wirken.
Sieben Regeln, die bei uns funktioniert haben
- Pünktlich zahlen. Immer am selben Tag, ohne Erinnerung. Sonst lernt dein Kind, dass Geld eine Verhandlungssache ist.
- Kein Taschengeld als Strafe oder Belohnung. Schlechte Noten oder ein unaufgeräumtes Zimmer sind ein Erziehungsthema, kein Finanzthema.
- Kein Lohn für normale Mithilfe. Tisch decken gehört zur Familie. Extra-Jobs wie Auto waschen oder Rasen mähen darfst du gern bezahlen, das ist dann Verdienst, kein Taschengeld.
- Nicht nachschießen. Wenn das Geld weg ist, ist es weg. Das ist die wichtigste Lektion überhaupt.
- Nicht reinreden. Du darfst fragen, ob der Kauf es wert war. Du darfst ihn nicht verbieten, solange er legal und altersgerecht ist.
- Einmal im Jahr neu verhandeln. Zum Beispiel am Geburtstag, mit Blick auf die Tabelle oben.
- Sparen sichtbar machen. Ein Sparziel mit Foto (das Skateboard, das Konzertticket) motiviert mehr als jede Zinsrechnung.
Im Sommer 2026 haben wir jeden Tag eine Stunde am Küchentisch über Geld geredet, und das Taschengeld war der Einstieg. Meine 15-Jährige hat dabei ausgerechnet, dass ihre Snack-Ausgaben im Jahr über 400 € liegen. Seitdem packt sie sich morgens ein Brot ein. Freiwillig.
Wann solltest du das Taschengeld erhöhen?
Nicht, weil die Freundin mehr bekommt, sondern wenn sich die Aufgabe ändert. Gute Anlässe:
- Der Wechsel auf die weiterführende Schule (Wechsel auf monatlich, siehe Tabelle).
- Neue Verantwortung: Dein Kind zahlt ab jetzt selbst für Kleidung oder den Handytarif. Dann kommt Budgetgeld dazu.
- Der Geburtstag: als fester jährlicher Termin für ein kurzes Gespräch, ob die Summe noch passt.
- Wenn dein Kind einen Plan vorlegt. Wer begründen kann, wofür er mehr braucht, hat schon die halbe Finanzbildung hinter sich.
Erhöhe nicht, um Konflikte zu beenden. Wenn das Geld ständig vor Monatsende weg ist, ist die Höhe selten das Problem, sondern die Planung. Setzt euch lieber zusammen und geht die Ausgaben durch.
Mit 16 der erste Minijob: was sich ändert
Irgendwann kommt der Moment, in dem das Taschengeld vom eigenen Verdienst überholt wird. Das ist gut so, aber ein paar Regeln solltest du kennen:
- Ab 13 dürfen Kinder mit Einwilligung der Eltern leichte, geeignete Arbeiten übernehmen, maximal zwei Stunden am Tag, nicht zwischen 18 und 8 Uhr und nicht vor oder während des Unterrichts (§ 5 JArbSchG). Zeitungen austragen, Nachhilfe, Babysitten.
- Ab 15 gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz: höchstens acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche (§ 8 JArbSchG). Solange dein Kind vollzeitschulpflichtig ist, ist ein Ferienjob auf höchstens vier Wochen im Kalenderjahr begrenzt (§ 5 Abs. 4 JArbSchG).
- Minijob-Grenze 2026: Wer im Schnitt nicht mehr als 603 € im Monat verdient, arbeitet im Minijob, ohne eigene Steuern und mit der Möglichkeit, sich von der Rentenversicherung befreien zu lassen (Minijob-Zentrale).
- Mindestlohn: Seit dem 1. Januar 2026 liegt er bei 13,90 € pro Stunde (BMAS). Achtung: Für Jugendliche unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt er laut § 22 Abs. 2 MiLoG nicht. Viele Arbeitgeber zahlen ihn trotzdem, aber dein Kind sollte das vor der Zusage fragen.
Und das Taschengeld? Wir haben es nicht gestrichen, als meine 17-Jährige ihren ersten Minijob hatte. Wir haben es eingefroren und stattdessen besprochen, was sie ab jetzt selbst übernimmt: das Handy und die Klamotten. Der Verdienst floss zu einem festen Teil aufs Sparkonto, der Rest war ihr Ding. Welche App dabei hilft, den Überblick zu behalten, liest du in Finanzbildung-App für Kinder: Worauf Eltern 2026 achten sollten.
Wie Novara dabei hilft
Novara ist die App, die ich in diesem Sommer für meine drei Töchter gebaut habe: 16 Kapitel vom Taschengeld über Zinsen bis zum ersten Gehaltszettel, nach jedem Kapitel ein Quiz, dazu fünf Rechner (unter anderem Sparziel und Zinseszins) und ein Eltern-Dashboard. Der Download ist kostenlos, drei Kapitel sind gratis, der Rest kostet einmalig 5,99 € für die ganze Familie. Kein Abo, keine Werbung, keine Bezahlkarte. Freigegeben ab 9 Jahren.
Häufige Fragen
Gibt es eine gesetzliche Pflicht, Taschengeld zu zahlen?
Nein. Die Tabelle des Familienportals ist eine Orientierung auf Basis der DJI-Expertise, keine Vorschrift. Ob und wie viel du zahlst, entscheidest du nach eurem Budget und danach, was dein Kind selbst bezahlen soll.
Sollte Taschengeld an Hausarbeit gekoppelt sein?
Normale Mithilfe im Haushalt gehört zum Familienleben und sollte nicht bezahlt werden. Extra-Aufgaben wie Rasen mähen oder Auto waschen kannst du bezahlen, das ist dann Verdienst und kommt zusätzlich zum festen Taschengeld.
Ab wann sollte mein Kind ein eigenes Konto haben?
Spätestens mit dem Wechsel auf monatliches Taschengeld (um die 10) lohnt sich ein Girokonto für Kinder mit Karte, auf das du das Taschengeld per Dauerauftrag überweist. Viele Banken bieten solche Konten für Minderjährige ohne Kontoführungsgebühr an; die Eltern eröffnen es und behalten den Einblick.
Quellen
- Familienportal des Bundes, Taschengeld (Zahlen auf Basis der DJI-Expertise 2025): familienportal.de
- § 107 und § 110 BGB: gesetze-im-internet.de
- Jugendarbeitsschutzgesetz § 5 und § 8: gesetze-im-internet.de
- Minijob-Zentrale, Verdienstgrenze 2026: minijob-zentrale.de
- BMAS, Mindestlohn 2026, und § 22 MiLoG: bmas.de

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